Micki - Heilung durch Freiflug
Eingesandt von Sabine Struck
       

Vorgeschichte

Bevor Micki zu mir kam, gehörte sie einer Schulfreundin. Micki war ein ca. 2 Jahre altes, verwitwetes Weibchen, welches ohne jeglichen Kontakt zu auch nur irgendeinem Lebewesen inmitten eines Käfigs saß, wo sie sich vor Plastikspielzeug kaum umdrehen konnte. Dazu gab es nicht einmal die Möglichkeit, aus dem Fenster zu sehen.

Aus Einsamkeit hatte sie ihre komplette Vorderseite nackt gerupft. Darüberhinaus war sie ängstlich und hatte einen chronischen Schnupfen, der ihre Wachshaut aufgeweicht hatte.

   
         

Erfolgreiche Maßnahmen

Aus Mitleid nahm ich Micki spontan mit zu mir, da sie bei mir zumindest Menschengesellschaft hatte. Ich entrümpelte ihren Käfig und nahm ihr den Spiegel und das Plastikspielzeug bis auf eine Glocke weg. Sie bekam einen Fensterplatz am Balkonfenster mit Blick in den Wald, und ich ließ ihre Käfigtür Tag und Nacht geöffnet.

Den Käfig suchte sie seither nur noch zum fressen und schlafen auf. Die meiste Zeit des Tages saß sie oben auf dem Käfig, schaute aus dem Fenster und beobachtete die Umgebung.

Sie wurde recht schnell zutraulich, obwohl ich häufig gezwungen war, sie in die Hand zu nehmen, um ihre Nase zu reinigen. Es hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis ihr Federkleid wieder komplett nachgewachsen war. Während dieser Zeit hat sie sich auch nicht selbst gerupft.

Ich war sehr stolz!

noch Lücken im Gefieder
Allmählich wuchsen die Lücken wieder zu - hier als weiße Stellen erkennbar.

Rückfall

Doch eines Tages, als das Federkleid bereits komplett nachgewachsen war, sperrte ich Micki in ihren Käfig, um zu lüften. Sie sprang an das Gitter und riss sich in Windeseile die Brustfedern aus. Auch mein Erscheinen und meine Interaktionversuche von außerhalb des Käfigs konnten sie nicht stoppen. Micki war wie im Rausch...
Erst als ich den Käfig öffnete und Micki in die "Freiheit" entließ, endete das Rupfen.

Wie sich dann herausstellte, rupfte Micki nur, wenn sie bemerkte, daß die Käfigtür geschlossen und sie eingesperrt war.

Happy End

Auch als ich ihr später einen Kameraden zugesellte, änderte sich nichts an der Situation: eine versperrte Käfigtür führte innerhalb allerkürzester Zeit zum Federrupfen - zum Glück hat der Partner es sich aber nicht abgeguckt!

Micki ist trotz der Krankheiten und Störungen noch alt geworden, die meiste Zeit davon in vollem Federkleid! Die Verhaltensstörung allerdings saß zu tief, als daß sie sich noch hätte "heilen" lassen ...

Micki voll befiedert
Micki wieder voll befiedert