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| Rupfhühner Rupft sich ein Papageienvogel selbst, so hat dies meist seelische Ursachen - Einzelhaltung, Fehlprägung, zu wenig Freiflug oder falsche Fütterung werden meist als Hauptgründe für Selbstrupfen angeführt. Auf dieser Seite:
Ursachen Fügt sich ein Wellensittich selbst Schaden zu, so liegt die Ursache zumeist in schlechten Haltungsbedingungen. Weitaus seltener bedingen organische Defekte Störungen des Federkleides. Ich möchte hier auf das rein durch Verhaltensstörungen verursachte Rupfen eingehen. Wie bekannt ist, gilt der einzeln gehaltene Wellensittich als Paradebeispiel. Was sollte man untersuchen lassen? Wer organische Ursachen ausschließen möchte, kann folgendes untersuchen lassen: Milben In meinen Fällen war jeder Befund negativ. Was dennoch alles verschrieben wurde, zeigt einmal mehr, wie hilflos man im Falle des Rupfens ist:
Rupfen im Schwarm? Frustrierend - wenn auch letztendlich sehr lehrreich - war für mich die Erfahrung, daß auch Vögel bei Schwarmhaltung rupfen können. Gelöst hat die Frage letztendlich ein Besuch bei Dr. Janezcek, Papageienspezialist in München. Eigene Erfahrungen Die Angewohnheit des Rupfens wurde im Juni 1999 mit Urlaubsgästen in meinen Bestand eingebracht. Unter den Pflegevögeln befand sich ein "Rupfhuhn". Ursache war vermutlich die Dauerhaltung von zwei Pärchen in einem sog. Flugkäfig, wobei die vier Vögeln nicht besonders gut harmonierten. Ich behielt schließlich die Gäste und hoffte, daß sich das Rupfen bei geänderten Haltungsbedingungen (Freiflug) wieder legen würde. Die Symptome Die Beschreibung "der Krankheit" möchte ich hier so stehen lassen, wie ich das ganze damals miterlebte. Es zeigt, wie sehr man auf eine falsche Fährte geraten kann. Ich habe versucht, die einzelnen Stadien der Krankheit anhand von Photos verschiedener Vögel zu ordnen. Der Beginn Die ersten Anzeichen sind leise: Die Putzbewegungen sind um eine Spur hektischer als üblich. Einzelne Federn werden bereits jetzt ausgezupft. Betroffen waren als erstes die Region zwischen den Schulterblättern, die Innenseite der Schenkel sowie der Bereich unter den Flügeln, was beim sitzenden Vogel nicht zu sehen war. Rechts ein Photo von Karl, dessen Lücken ich im frühesten Stadium fotographieren konnte. 2 Monate Die Lücken an Bauch und Rücken waren bei Paula nunmehr deutlich. Die meisten Deckfedern wurden bereits ausgerupft. Anmerkung: Da ich immer nur pinselförmige Federn fand, begann ich zu glauben, daß die Federn ausgerupft wurden, weil sie deformiert waren. Schließlich fing ich an, nach einer organischen Ursache zu suchen, die es - wie ich heute weiß - natürlich nie gab. Bei Paula entzündete sich allmählich auch die Haut, die Follikel waren zum Teil eitrig. Die beschädigten Follikel konnten keine gesunden Federn mehr produzieren. Der Schaft der Federn war weich und verdickt, teilweise auch eitrig, und die Federn selbst sahen immer abnormaler aus. Rechts im Bild sieht man stiftförmige Deckfedern, die trotz ihrer Länge noch immer in ihrer Umhüllung stecken. 3 Monate Nach dieser Zeitspanne waren alle drei betroffenen Weibchen an Brust und Rücken nahezu nackt. Dabei blieben sie agil und schienen neben dem Juckreiz keine Schmerzen zu haben. Sie fraßen jedoch normal und zeigten keine Verdauungstörungen. Auch die Dunenfedern wurden mittlerweile ausgerupft und veränderten sich, sie zeigten ebenso wie die Deckfedern beginnende Polyfollikulitis. Das vierte Rupfhuhn, ein Männchen, erreichte bis heute kein derartiges Stadium. Karl erkrankte im Mai 2000 und ist derzeit vor allem unter den Flügeln kahl. Seine Brust ist ein wenig lückig, aber nicht nackt. Am Rücken sieht es geringfügig schlimmer aus. 6 Monate Die beiden Weibchen Luna und Schmidtchen ließ ich etwa nach drei Monaten einschläfern, da keine Hoffnung mehr bestand und die Haltung der beiden unzumutbar geworden war. Ich fand nur noch degenerierte Federn - seltsame Gebilde, die kaum noch an Federn erinnerten. Im Bild einige Mehrfachkiele, die ich mit einer Pinzette auszupfte. Sämtliche Dreier- bzw. Zweierpakete kamen aus einer Pore! Unteres Photo: vergrößerter Ausschnitt von obigem Photo: Die Haut war stark in Mitleidenschaft gezogen, aus einer Pore kamen bis zu vier Federkiele. Die Haut ringsum der Pore war stark gedehnt, die ausgerupften Mehrfachkiele hinterließen tiefe Löcher. Ab diesem Zeitpunkt entschied ich mich bei Paula für eine Halskrause. 7 Monate Die aufgrund der Krause nachwachsenden Federn sahen zunächst so steif aus wie auf diesem Photo. Durch Zerreiben der Stiele und häufiges Baden wurden die Federn wieder weicher, und die Follikel konnten sich offenbar durch die Krause ein wenig regenerieren. Bei den Rupfhühnern traten bisher folgende Begleiterscheinungen auf: 8 Monate Nach insgesamt acht Wochen entfernte ich die Krause, und Paula schien tatsächlich nicht - oder fast nicht - mehr zu rupfen. Dieses Bild erweckte in mir zunächst die große Hoffnung, die kritische Phase sei nun vorüber und es würden außer den gerüschten Federn und der Flugunfähigkeit keine weiteren Folgen mehr auftreten. Ein Schlußwort Mittlerweile habe ich seit Juni 1999 Rupfhühner im Bestand, seit über zwei Jahren also. Dabei frustrierte mich letztendlich einfach die Erkenntnis, daß wohl nicht einmal bei mir die Haltung optimal war. Hätte ich das Rupfhuhn Paula nicht übernommen, hätte sich vermutlich kein weiterer Vogel ein Beispiel an dieser Angewohnheit genommen - dennoch waren sie wohl nicht zufrieden... In näherer Zukunft möchte ich weitere Berichte über rupfende Wellensittiche sammeln. Wer mir dabei helfen möchte, maile mir bitte. Andere Schicksale Das gerupfte Hühnchen Bella (Carmen Spengler) Micki - Heilung durch Freiflug (Sabine Struck) Chronik eines Rupfers (René und Anja Grodde) |
Als organische Ursachen werden beispielsweise Ekzeme, Pilze oder Leberfunktionsstörungen genannt. Ebenso können Parasiten in Haut oder Federn (beispielsweise Milben) ein vermehrtes Hautjucken verursachen, was im Extremfall zum Rupfen führt.
Auch wenn scheinbar optimale Bedingungen herrschen: immer wieder gibt es Schwärme, in denen ein Vogel rupft (hier Paula, Mitte).
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